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Treffen mit Vizepräsident des Bayerischen Landtags Tobias Reiß

Mitte Juni war die lagfa bayern e.V. im Bayerischen Landtag zu Gast, im Gespräch mit dem Vizepräsidenten des Bayerischen Landtages Tobias Reiß. Mit dabei: Sonja Geigenberger, Leiterin der Freiwilligenagentur pack ma’s und gleichzeitig Vorständin der lagfa bayern e.V., sowie Geschäftsführerin Eva Kurfer.

Dass Sonja beide Rollen vereint, die operative Leitung einer Freiwilligenagentur vor Ort und die strategische Mitgestaltung im Vorstand der lagfa, macht deutlich, wie eng Theorie und Praxis im Bereich Ehrenamt miteinander verknüpft sind. Genau diese Verbindung prägte auch das Gespräch.

Zentrales Thema:
Wie lassen sich qualitativ hochwertige, nachhaltige Strukturen im Ehrenamt schaffen und warum sind sie gerade jetzt so wichtig?

Bundesweit engagieren sich etwa 40 % der Bevölkerung bereits freiwillig. Diese 40 % tragen heute schon ganz konkret zu Bildung, sozialem Zusammenhalt, Integration, Kultur, Sport und vielem mehr bei. Ohne sie würde der Alltag spürbar ärmer werden, in Vereinen, Initiativen, Schulen, Kitas und Nachbarschaften.

Gleichzeitig können sich rund 30 % der bisher Nicht-Engagierten gut vorstellen, sich zu engagieren. Das zeigt: Es fehlt nicht an Bereitschaft, sondern es gibt ein großes Potenzial, das besser aktiviert werden muss. Genau hier kommen die Rahmenbedingungen ins Spiel.

Studien von More in Common machen deutlich: Viele Menschen wünschen sich mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt und Orte, an denen sie sich wirksam einbringen können. Sie wollen erleben: „Ich gehöre dazu, und mein Beitrag macht einen Unterschied.” Wenn solche Orte fehlen oder instabil sind, bleibt dieser Wunsch oft ungenutzt und das Potenzial der 30 % verpufft.

Genau an diesem Punkt setzen Freiwilligenagenturen wie pack ma’s an. Sie beraten Menschen, die sich engagieren wollen, sie vernetzen Initiativen, Vereine und Kommunen und sie begleiten Ehrenamtliche langfristig. Sie übersetzen Engagementbereitschaft in konkretes Tun, jeden Tag, oft unsichtbar im Hintergrund.

Damit das dauerhaft gelingt, reichen kurzfristige Projekte nicht aus. Es braucht:

mehrjährige, verlässliche Förderung statt nur Finanzierung von Jahr zu Jahr,
sichere, länger laufende Stellen für Hauptamtliche sowie
Zeit für Qualität, Lernen und Zusammenarbeit vor Ort.

So werden aus einzelnen Projekten starke, verlässliche Anlaufstellen für alle, die sich engagieren wollen. Und genau daraus entstehen Orte, an denen Zusammenhalt spürbar wird, für die 40 %, die schon aktiv sind, und für die vielen, die noch auf den letzten Anstoß warten.

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