Aktuelle Infektionssschutzmaßnahmen

In der Kabinettsitzung vom 31. August 2021 wurden folgende Bestimmungen festgelegt, die ab 2. September 2021 gelten:

Die 7-Tage-Infektionsinzidenz als das bisher dominierende Kriterium in der Pandemiebekämpfung wird abgelöst. Mit ihr entfallen auch alle bisher inzidenzabhängigen Regelungen. Lediglich für die Anwendung von 3G (ab Inzidenz 35 als Startpunkt) bleibt die 7-Tage-Infektionsinzidenz relevant.

An die Stelle der 7-Tage-Infektionsinzidenz tritt eine neue Krankenhausampel als Indikator für die Belastung des Gesundheitssystems.

Stufe Gelb ist erreicht, sobald bayernweit innerhalb der jeweils letzten 7 Tage mehr als 1.200 Patienten mit einer COVID-19-Erkrankung in Krankenhäuser aufgenommen werden mussten. Das entspricht einer bayernweiten Hospitalisierungs-Inzidenz von 9,13 je 100.000 Einwohner. Sobald Stufe Gelb erreicht ist, beschließt die Staatsregierung weitergehende Maßnahmen,
beispielsweise:
(1) Anhebung des Maskenstandards auf FFP2.
(2) Kontaktbeschränkungen.
(3) Erfordernis, als Testnachweis einen PCR-Test vorzulegen (außer in der Schule).
(4) Personenobergrenzen für öffentliche und private Veranstaltungen.

Stufe Rot ist erreicht, sobald mehr als 600 Patienten mit einer COVID-19-Erkrankung auf den bayerischen Intensivstationen liegen (maßgeblich sind die Zahlen des DIVI-Intensivregisters). Sobald Stufe Rot erreicht ist, wird die Staatsregierung neben den bereits für Stufe Gelb geltenden Regelungen umgehend weitere Maßnahmen verfügen, um die dann akut drohende Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

Ab einer 7-Tage-Infektionsinzidenz von über 35 im Landkreis gilt indoor breitflächig der 3G-Grundsatz:
Persönlichen Zugang haben deshalb nur Geimpfte, Genesene oder aktuell Getestete. Dies betrifft öffentliche und private Einrichtungen, Veranstaltungen, Sportstätten, Fitnessstudios, die gesamte Kultur, Theater, Kinos, Museen, Gedenkstätten, Gastronomie, Beherbergung, die Hochschulen, Krankenhäuser, Bibliotheken und Archive, die außerschulischen Bildungsangebote wie Musikschulen und die Erwachsenenbildung, außerdem Freizeiteinrichtungen einschließlich Bäder, Thermen, Saunen, Seilbahnen und Ausflugsschiffe, Spielbanken, den touristischen Reisebusverkehr und ähnliches. Für Kinder, die noch nicht eingeschult sind, gibt es Ausnahmen. Schüler gelten mit Blick auf die regelmäßigen Tests in der Schule als getestet.

In Alten- und Pflegeheimen, auf Messen und bei größeren Veranstaltungen über 1.000 Personen gilt 3G inzidenzunabhängig indoor wie outdoor.

Ausgenommen vom 3G-Grundsatz sind Privaträume, Handel, der ÖPNV, Veranstaltungen ausschließlich unter freiem Himmel bis 1.000 Personen, Gottesdienste sowie Versammlungen im Sinne von Art. 8 Grundgesetz. Für Schule und Kita gelten die bereits bekannten Sonderregelungen.

Die Einhaltung der 3G-Regeln muss vom Betreiber kontrolliert werden. Gäste und Besucher sowie Betreiber, die sich nicht daran halten, müssen mit einem Bußgeld rechnen.

Die FFP2-Maskenpflicht entfällt. Die medizinische Maske (“OP-Maske”) ist der neue Maskenstandard. Außerdem wird künftig überall wie folgt differenziert:

Unter freiem Himmel gibt es künftig generell keine Maskenpflicht mehr. Ausgenommen sind lediglich die Eingangs- und Begegnungsbereiche größerer Veranstaltungen (ab 1.000 Personen).
In geschlossenen Räumen gilt umgekehrt immer eine generelle Maskenpflicht. Ausgenommen sind Privaträume, außerdem der Platz in der Gastronomie sowie jeder feste Sitz- oder Stehplatz, wenn er zuverlässig den Mindestabstand von 1,5 m zu anderen festen Plätzen einhält, die nicht mit eigenen Haushaltsangehörigen besetzt sind. Für Beschäftigte gelten wie bisher auch die
arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen.
Im ÖPNV und im Fernverkehr gilt die Maskenpflicht (künftig OP-Maske) ausnahmslos. In Schule und Kita sowie Alten- und Pflegeheime gelten Sonderregelungen.

Die allgemeinen Kontaktbeschränkungen entfallen ersatzlos.

Die bisherigen Personenobergrenzen für private und öffentliche Veranstaltungen entfallen. Für folgende Veranstaltungen (Sport, Kultur, Kongresse etc.) gilt:

– Bis 5.000 Personen darf die Kapazität zu 100 % genutzt werden.
– Für den 5.000 Personen überschreitenden Teil darf 50 % der weiteren Kapazität des Veranstaltungsorts genutzt werden.
– Es sind maximal 25.000 Personen zulässig. Dies entspricht dem Beschluss der Bundeskanzlerin und der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder vom 10. August 2021.
– Innerhalb dieses Rahmens dürfen unbegrenzt auch Stehplätze ausgewiesen werden.
– Wird der Mindestabstand indoor unterschritten, gilt nach den allgemeinen Regeln allerdings ständige Maskenpflicht, die vom Veranstalter zu gewährleisten ist. Hierzu wird es daher
auch einen Bußgeldtatbestand für Veranstalter und Teilnehmer geben.
– Bei Veranstaltungen ab 1.000 Personen muss der Veranstalter ein Infektionsschutzkonzept nicht nur ausarbeiten und beachten, sondern auch unverlangt der Kreisverwaltungsbehörde vorab zur Durchsicht vorlegen.

Oberstes Ziel für die Schule ist der Präsenzunterricht. Hier gilt:

– Regelungen zum Wechselunterricht ab einer Inzidenz von 100 werden ersatzlos gestrichen.
– Zum Unterrichtsbeginn im neuen Schuljahr 2021/2022 (14. September) gilt als besondere Schutzmaßnahme bis auf Weiteres eine inzidenzunabhängige Maskenpflicht – auch nach
Einnahme des Sitz- bzw. Arbeitsplatzes. In der Grundschulstufe können dabei wie bisher Stoffmasken verwendet werden, für Lehrkräfte sowie für Schülerinnen und Schüler ab
Jahrgangsstufe 5 gilt die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske.
– Die Tests an den Schulen werden nochmals ausgeweitet: In der Grundschulstufe sowie an Förderschulen mit den Schwerpunkten geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung sowie Sehen wird – sobald hierfür die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen sind – zwei Mal pro Woche ein PCR-Pool-Test (“Lollitest”), im Übrigen sowie an weiterführenden Schulen drei Mal pro Woche ein Selbsttest durchgeführt. Das bedeutet: Bis die Lollitests in der Grundschule zur Verfügung stehen, wird auch dort drei Mal wöchentlich getestet.
– Im Interesse eines möglichst verlässlichen Schulunterrichts in Präsenz und zur Gewährleistung einer Betreuung der Kinder in den Kindertageseinrichtungen ist die Anordnung einer
Quarantäne von Kontaktpersonen möglichst auf wenige Fälle zu beschränken. Gibt es einen Infektionsfall in der Klasse, soll anders als bisher nicht immer für die gesamte Klasse
Quarantäne festgelegt werden, sondern Quarantäne mit Augenmaß. Sie ist dann auf die Schülerinnen und Schüler einzugrenzen, die unmittelbaren und ungeschützten engen Kontakt zum erkrankten Schüler hatten, und kann bei negativem PCR-Test nach fünf Tagen auch schnell wieder enden. Das Gesundheitsamt entscheidet im Einzelfall. Beim korrekten Einsatz von Luftreinigungsgeräten kann es auf eine Quarantäne der anderen Schüler sogar vollständig verzichten. Bei den übrigen Schülerinnen und Schülern der Klasse können für eine gewisse Zeit tägliche Testungen durchgeführt werden.
– Schließlich kann im Rahmen der angepassten STIKO-Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche eine Corona-Schutzimpfung auch während der Unterrichtszeit angeboten und durchgeführt werden.

Neben dem Schulbetrieb hat die Sicherstellung des Regelbetriebs in den Kinderbetreuungseinrichtungen oberste Priorität. Die Regelungen zum eingeschränkten Regelbetrieb ab einer Inzidenz von 100 werden auch hier ersatzlos gestrichen. Das Angebot für zweimal wöchentliche Testungen für betreute Kinder ist ein wichtiger Baustein, um Corona-Infektionen frühzeitig zu erkennen. Deshalb wird das bewährte Testkonzept mit Berechtigungsscheinen auch im neuen Kitajahr 2021/2022 bis Ende des Jahres 2021 in Kooperation mit den Apotheken fortgesetzt. Auch hier wird es bei einem Infektionsfall Quarantäne nur mit Augenmaß unter Berücksichtigung der Belange der Kinder und Kinderbetreuungseinrichtungen geben.

Für die Hochschulen gelten die allgemeinen Regelungen zu 3G und Maskenpflicht. Damit wird für das kommende Semester Präsenzlehre wieder umfassend möglich sein. Es gilt aber nach allgemeinen Regeln Maskenpflicht auch am Platz, wenn in den Hörsälen der Abstand von 1,5 m nicht eingehalten wird. Tests werden für Studenten mit Studentenausweis weiterhin kostenlos bereitgestellt.

Gottesdienste und Versammlungen indoor nach Art. 8 GG können künftig ohne die bisherigen Beschränkungen der Personenzahl durchgeführt werden, wenn an ihnen nur Geimpfte, Genesene oder Getestete teilnehmen (3G). Andernfalls bleibt es bei den bisherigen Beschränkungen nach Platzangebot. Die Maskenpflicht richtet sich künftig nach den neuen allgemeinen Regeln (damit entfällt insb. FFP2). Das im Gottesdienst bisher geltende Gesangsverbot ab Inzidenz 100 entfällt ebenso wie das bisherige Verbot von großen religiösen Veranstaltungen.

In der Gastronomie entfällt die bisherige coronabedingte Sperrstunde (bisher 1 h). Im Übrigen gelten auch hier künftig die allgemeinen Regelungen zu 3G und Maskenpflicht.

Im Bereich der Beherbergung entfallen die bisherigen Einschränkungen, wonach Zimmer nur im Rahmen der Kontaktbeschränkungen vergeben werden dürfen. Im Rahmen von 3G
genügt es hier, wenn Test wie bisher bei Ankunft und danach jede 72 Stunden vorgelegt werden. Im Übrigen gelten die allgemeinen Regelungen insb. zur Maskenpflicht.

In Handel, Dienstleistungen und Freizeiteinrichtungen entfallen die bisherigen quadratmetermäßigen Kunden- oder Besucherbeschränkungen. Die Maskenpflicht richtet sich nach der
allgemeinen Grundregel.

Bei Messen entfällt wie im Handel die flächenabhängige Besucherbegrenzung. Stattdessen wird eine neue tägliche Besucherobergrenze von 50.000 Personen eingeführt. Es gilt immer
3G. Die Maskenpflicht richtet sich nach der allgemeinen Grundregel.

Volksfeste (“öffentliche Festivitäten”) bleiben untersagt. Für Ersatzveranstaltungen, die im Wege von Einzelfallausnahmen möglich bleiben, gilt inzidenzunabhängig 3G.

Es ist geplant, Clubs und Diskotheken mit Blick auf Reiserückkehrer aus den Ferien mit einem zeitlichen Sicherheitsabstand erst ab Anfang Oktober wieder zu öffnen. Der Zugang soll dann nur für Geimpfte und Genesene sowie für Getestete mit PCR-Test möglich sein.

Die Verordnung wird grundlegend vereinfacht und gestrafft. Die aufgrund der künftig allgemein geltenden Regelungen zu 3G und Maskenpflicht entbehrlich gewordenen Sonderbestimmungen zu
Versammlungen nach Art. 8 GG, betrieblichen Unterkünften, außerschulischer Bildung, Bibliotheken, Archiven und zum Prüfungswesen entfallen. Erhalten bleibt im bisherigen Umfang die
Notwendigkeit spezifischer Infektionsschutzkonzepte in den Bereichen, in denen sie bisher bestanden, sowie das Alkoholverbot auf öffentliche Verkehrsflächen und Sportstätten.

 

Quelle: Pressemitteilung Nr. 126 der Bayerischen Staatskanzlei: Bericht aus der Kabinettssitzung

 

 

Neues Weiterbildungsformat “Rente – und jetzt?”

Rente ist ja nicht so schwierig? Für viele Menschen sieht die Realität anders aus.

Wer sich aus dem Berufsleben in die Rente verabschiedet, empfindet nicht selten eine Leere im Alltag. Plötzlich ist da viel freie Zeit, Wissen und Tatendrank für Neues.

Kein Wunder, dass viele Ruheständler nach neuen Aufgaben suchen und sich im Alter aktiv für den guten Zweck einsetzen möchten.

Mit diesem Workshop bzw. mit Einzelcoachings rund um Abschied und Neubeginn begleiten wir mit diesem Projekt Rentnerinnen und Rentner bei einem erfolgreichen, sinnstiftenden Start in den Ruhestand.

Heute haben wir uns gemeinsam mit Mitarbeitern der Firma Lindner SE in Arnstorf sehr erfolgreich mit dem persönlichen Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand auseinandergesetzt.

 

Sie haben auch Interesse an diesem Angebot?

Nähere Infos finden Sie hier: Flyer_Rente

 

digital verein(t) in Bayern

Die Freiwilligenagentur pack ma´s ist einer von 21 „digital verein(t)“-Standorten in Bayern!

Digital verein(t) startete am 08. Juli als neue bayerische Landesinitiative im Bundesnetzwerk Digitale Nachbarschaft (DiNa). Seit 2015 hat die DiNa eine wirkungsvolle deutschlandweite Infrastruktur geschaffen, um engagierten Bürger:innen digitale Kompetenzen für den täglichen Bedarf in Vereinen und Netzwerken zu vermitteln. Die neue Landesinitiative baut auf dieses Netzwerk auf und stellt IT-Sicherheitswissen passgenau vor Ort für Engagierte in Bayern zur Verfügung.

 

So auch bei uns im Landkreis Rottal-Inn – die Freiwilligenagentur „pack ma´s“ ist dabei! Weitere Infos zum lokalen Start in Kürze unter www.pack-mas.bayern.

 

Digital verein(t) wird gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Digitales und durchgeführt in enger Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen und -zentren (lagfa bayern e.V.).

Projektpate ist Manuel Neuer, Kapitän der deutschen Nationalmannschaft der Männer im Fußball.

Behind the Scenes: Wer steckt eigentlich hinter pack ma´s? Teil 3

Die Dritte im Bunde ist Amelie Knab, die sich aktuell im letzten Ausbildungsjahr zur Industriekauffrau befindet.

Seit September 2020 arbeitet sie in der Hans Lindner Stiftung, ist bei pack ma’s unter anderem für das Schüler-Projekt FEEL FR.E.E. zuständig. Damit wird sie im Herbst 2021 an Schulen gehen und Jugendlichen bürgerliches Engagement schmackhaft machen.

Mit ihren 20 Jahren ist Amelie nah dran und kann sich gut einfühlen. „In meiner Schulzeit hatte ich das Thema Ehrenamt gar nicht auf dem Schirm. Darum find ich es cool, jungen Leuten ganz konkrete Möglichkeiten aufzuzeigen,“ sagt sie. Ob in Initiativen oder Vereinen – überall ist Nachwuchs gesucht.

Privat spielt Amelie seit 14 Jahren Fußball – seit 2018 kickt sie nun für den FC Mariakirchen. „Ich bin jeden Sonntag auf dem Fußballplatz,“ sagt sie. Damit weist sie selbst genug persönliche Erfahrung auf, um Schüler*innen für Vereinsarbeit zu begeistern.

Behind the Scenes: Wer steckt eigentlich hinter pack ma´s? Teil 2

Weiter geht’s mit Karin Voggenreiter.

Karin koordiniert die regionalen Ausgabestellen, die unter „Tafel Arnstorf“ zusammengefasst sind. Ausgabestellen gibt es aktuell in Eggenfelden, Gangkofen, Pilsting, Dingolfing, Landau/Isar, Arnstorf, Pfarrkirchen sowie in Simbach am Inn.

Bald 20 Jahre gibt es die „Tafel Arnstorf“, hinter der die Hans Lindner Stiftung steht. Was Karin motiviert? „Die vielseitigen Herausforderungen: Die Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, Spendern und Kunden machen die Arbeit abwechslungsreich und spannend.“

Karin selbst ist seit 2016 dabei. Sie hat in der Firma Lindner eine Ausbildung zur Industriekauffrau und Industriefachwirtin gemacht und zehn Jahre in der Baubranche als Teamsekretärin gearbeitet, bevor sie im Jahr 2001 zur Stiftung gekommen ist.
Während ihrer Elternzeit hat sie die Hauswirtschaftsschule in Pfarrkirchen besucht, wo sie sich viel Wissen zum Thema Hygiene angeeignet hat. Das kommt ihr nun bei der Tafelarbeit zugute.

Privat engagiert sie sich auch ehrenamtlich – sie ist Vorsitzende des Elternbeirates in der Realschule Arnstorf.

Im Kurzportrait: Die Bürgerhilfe Anzenkirchen „Ein Dorf hilft“ e.V.

Das ist Hermann Ertl. Er ist Vorsitzender der Bürgerhilfe Anzenkirchen „Ein Dorf hilft“ e.V.
Als im Jahr 2015 50 Flüchtlinge nach Anzenkirchen kamen, bildete sich schnell ein Helferkreis von gut 40 Personen. „Ziel war es, sich zum Wohl der Flüchtlinge und Einheimischen einzusetzen,“ erzählt Hermann Ertl. Schnell wurde eine Struktur geschaffen – für jeden Bereich des Lebens gab es Verantwortliche: Gesundheit, Behörden, Kinder, Schule, Freizeit… „Die Flüchtlinge waren über zwei Jahre da und nie gab es Probleme. Der offene Umgang hat auch die Ängste der Bürger abgefangen.“

Um die sozial engagierten Mitmacher*innen rechtlich abzusichern, wurde aus dem ursprünglichen Helferkreis 2016 ein Verein. Gerade rechtzeitig vor dem Hochwasser, das Anzenkirchen äußerst schwer erwischte. Das Bushäuschen im Dorf wurde zum Büro umfunktioniert – nicht nur Hermann Ertl arbeitete dort mehrere Wochen lang von früh morgens bis spät abends. „Schon nach ein paar Tagen erreichten uns Spenden, die wir nach einem Punktesystem direkt an die Betroffenen weitergeleitet haben. Und wir haben in dieser Zeit über 4.000 Helfer aus ganz Deutschland koordiniert,“ erzählt Hermann Ertl.

Durch die Hochwasserkatastrophe hat sich ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen den Bürgern und den Helfern aufgebaut. Und dazu stieg die Motivation, weiterzuhelfen. Mit einem Förderprogramm zog Hermann Ertl das erste Auto an Land, das nun für Fahrten zur Verfügung stand. Wer keine Möglichkeit hat, selbst zum Arzt zu kommen oder Besuche im Krankenhaus oder Altenheim zu machen, kann den mobilen Fahrdienst rufen. Auch Jugendliche dürfen den Fahrdienst nutzen, wenn sie ins Kino oder Schwimmbad wollen. Das erste Auto musste zwar nach einem Jahr zurückgegeben werden, dank der Spendenbereitschaft hat der Verein inzwischen das vierte Auto, das sieben Fahrer lenken.

„Der Aufwand ist gering für das, was wir erreichen“

Heute zählt der Verein 310 Mitglieder, die das Projekt finanziell und tatkräftig unterstützen. Hermann Ertl kommt gar nicht mit, alle Aktionen und Einsätze aufzuzählen. Da werden an Weihnachten Menschen beglückt, denen es nicht so gut geht. Es werden an Senior*innen Leckerl verteilt oder einem Kind eine Freude gemacht, dessen Eltern nicht das nötige Kleingeld haben. Außerhalb Corona sorgen unterschiedlichste Aktionen wie etwa das monatliche Café.

Die Einkaufshilfe ist ein weiterer Service, der gerade aktuell sehr gut angenommen wird – absolut kontaktlos, wie der 67-Jährige stolz betont. Der Einkauf wird vor die Haustüre gestellt, das Geld überwiesen. Dann gibt es noch die Aktion „Zu schad für die Tonne“, bei der nicht mehr gebrauchte Gegenstände kostenlos den Besitzer wechseln.

Freudig erzählt Hermann Ertl von der rührigen Vorstandschaft, von der engagierten stellvertretenden Vorsitzenden Conny Wimmer, von Florian, der mit seinen 18 Jahren der Jüngste im Bunde ist und einen guten Draht zur Dorfjugend hat. Er erzählt von den Sternsingern, die von ihrer Sammlung auch immer einen Teil an die Bürgerhilfe abgeben, nicht zuletzt als Dankeschön für den Fahrdienst, den sie gern mal rufen. Er erzählt von den vielen Telefonaten und falls möglich Besuchen, die gerade jetzt so wichtig für viele ältere Mitbürger*innen sind, um Kontakt zu halten.

Seine persönliche Motivation beschreibt Hermann Ertl ganz schlicht: „Ich bin ein sozial geprägter Mensch und hab schon immer gern geholfen. Der Aufwand ist gering für das, was wir erreichen. Und es ist einfach schön, mit anderen engagierten Menschen zusammenzuarbeiten und in der Gemeinschaft zu helfen.“ Aus Erfahrung weiß er: Das, was zählt, ist die Geste. Das Gefühl, dass jemand da ist, wenn man Unterstützung braucht. In Anzenkirchen klappt das wunderbar, da wird den Hilfesuchenden sogar die Hürde der Bitte abgenommen. Hermann Ertl nickt: „Wir sind gut vernetzt, wir kriegen das mit, wenn uns jemand braucht.“ 

Im Interview mit Amelie Knab: FEEL FR.E.E. – Freude am freiwilligen Engagement

Worum geht’s im Projekt FEEL FR.E.E.? Was machst Du konkret?

Über das Projekt FEEL FR.E.E. ermöglichen wir Jugendlichen ab 13 Jahren aus dem Landkreis Rottal-Inn einen niederschwelligen Zugang in ein ehrenamtliches Engagement. Gemeinsam mit dem „pack ma´s“-Team finden die Jugendlichen den Einsatzort, der am besten zu ihnen passt und erhalten das ganze Schuljahr über Unterstützung durch die Freiwilligenagentur.

Der begrenzte Programmzeitraum von einem Schuljahr und mindestens 60 Stunden Engagement bietet den Schüler*innen außerdem einen klaren Rahmen ohne langfristige Verpflichtungen. Ebenso bietet das Projekt eine aktive Unterstützung der ehrenamtlichen Strukturen im Landkreis Rottal-Inn bei der Nachwuchsgewinnung und-förderung.

Welche Möglichkeiten gibt’s, aktiv zu werden?

Für Schüler*innen:

Als Schüler*inn stehen einem alle Türen offen – egal ob Kultur-, Musik- oder Sportverein, Sanitätsdienst, Feuerwehr oder Seniorenarbeit, in der Kirche oder im Kindergarten. Im ersten Schritt suchen wir gemeinsam mit den Jugendlichen – ob in Wohnortnähe oder im Umfeld der Schule – ein passendes Engagement.

Vielleicht haben manche schon eine passende Idee für ein freiwilliges/ehrenamtliches Engagement? Oder Schüler*innen sind bereits Mitglied in einem Verein und können sich vorstellen, sich dort zu engagieren? Auch das ist bei FEEL FR.E.E. Möglich!

Für Schulen:

Nicht nur Schüler*innen haben viele Vorteile durch FEEL FR.E.E., denn auch Schulen können mit geringem Eigenaufwand Partner (Kooperationsschule) werden und somit durch die Unterstützung des Programms zusätzliche Lern-, Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für ihre Schüler*innen schaffen.

Die Kooperationsschulen ermöglichen ihren Schüler*innen außerdem eine Zusatzqualifikation für die Bewerbungsunterlagen und erhalten für jedes erfolgreiche Kooperationsjahr selbst ein Zertifikat, womit sie sich von anderen Schulen abheben.

Für Einsatzstellen:

Organisationen, Vereine, Initiativen und Co. leisten ihren Beitrag zur Nachwuchsförderung des bürgerschaftlichen Engagements in der Region und erhalten nebenbei möglicherweise neue aktive Mitglieder, welche mit großer Begeisterung langfristig in der Einsatzstelle tätig werden. Auch die Einsatzstellen erhalten für jedes erfolgreiche FEEL FR.E.E.-Jahr ein Zertifikat.

Warum lohnt es sich, sich als junger Mensch ehrenamtlich zu engagieren?

Bei diesem Projekt können die Schüler*innen, neben ihrem Engagement, neue Interessen und Talente entdecken. Das Projekt soll Spaß machen!

Jede*r Einzelne kann sich neuen Herausforderungen, die wirklich Freude machen, stellen und dabei den eigenen Horizont erweitern, Soft-Skills wie Teamfähigkeit oder Kreativität stärken und Verantwortung übernehmen. Mit diesem Projekt bekommt man die Möglichkeit, außerschulische Erfahrungen zu sammeln, eigene Stärken zu entdecken und soziale Kompetenz zu gewinnen. Man bekommt sozusagen einen exklusiven Einblick in interessante Berufsfelder und erhält damit eine vertiefte Berufsorientierung.

Am Ende erhalten alle Schüler*innen im Rahmen einer Abschlussfeier ein qualifiziertes Zeugnis der Tätigkeit und eine Urkunde für ihre Bewerbungsunterlagen. Mit FEEL FR.E.E. kann man als Jugendlicher nur gewinnen!

Du bist 19 und damit der Zielgruppe sehr nah – bist Du in Deiner Freizeit auch ehrenamtlich unterwegs?

In meiner Freizeit spiele ich leidenschaftlich gerne Fußball – und das seit meiner Kindheit. Mittlerweile bin ich seit 2018 ein Teil der Damenmannschaft des FC Mariakirchen, was mich allerdings nicht davon abhält, meinen Heimatverein – den FC Roßbach – fast jedes Wochenende vom Spielfeldrand aus zu unterstützen.

Behind the Scenes: Wer steckt eigentlich hinter pack ma´s?

Das ist Sonja Geigenberger. Sie hat das Konzept der Agentur entwickelt und sie schließlich ins Leben gerufen. Seit 2017 entwickelt sich pack ma’s stetig weiter. „Wir wollen sichtbar machen, wo man sich freiwillig engagieren kann. Wir unterstützen Vereine, organisieren die Tafeln der Region, realisieren laufend neue Projekte und bieten Veranstaltungen zum Thema Freiwilligenengagement an. Bei uns geht’s um Motivation – nicht um Qualifikation.“

Sonja ist gelernte Bankkauffrau, Bankfachwirtin und Mental Trainerin und seit 21 Jahren Teil der Hans Lindner Stiftung.

Sie hat sich in der Flüchtlingshilfe in Arnstorf engagiert und die Helfer bei der Flutkatastrophe 2016 koordiniert. Privat ist Sonja eine echte Vereinsmeierin und Mitglied im Sportverein Taufkirchen, im Frauenbund sowie im Gartenbauverein. Auch als 2. Elternbeiratsvorsitzende der Realschule Eggenfelden ist sie aktiv.

Beruflich ist sie 2. Vorstand der lagfa Bayern e.V., der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligen-Agenturen/Freiwilligen-Zentren/Koordinierungszentren Bürgerschaftlichen Engagements.

Auch Kleinigkeiten können ein Lächeln schenken

Wir alle müssen unsere Pläne und Aktivitäten für die Ostertage aufgrund der ziemlich eingeschränkten Möglichkeiten runterschrauben.

Deshalb haben wir uns überlegt, mit einer kleinen Geste ein Lächeln in so manches Gesicht zu zaubern! Mit unserer Osterpost hoffen wir, kleine Freuden zu bereiten!

 

Gefällt dir die Idee, einfach mal jemandem eine Karte mit guten Wünschen oder lieben Grüßen zu schreiben? Dann mach doch einfach mit! Vielleicht gestalten auch unsere Kleinsten die Karten mit kreativen Ideen aus Kinderhand?

 

Wir wünschen euch allen schöne Ostertage im Kreise der Familie!

Landesinitiative “digital verein(t)” in Bayern

Das Bundesnetzwerk Digitale Nachbarschaft ist eine tolle Sache, wie wir finden!

Am 10. März haben die bayerische Staatsministerin Judith Gerlach sowie Projektpate Manuel Neuer die Initiative eröffnet.

Das Netzwerk wird künftig ehrenamtlich engagierten Menschen und Vereinen in Bayern unter die Arme greifen, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen: Ab diesem Sommer werden bayernweit 21 Kompetenzstandorte starten. Gefördert wird die Initiative durch das Bayerische Staatsministerium für Digitales und der lagfa bayern e.V.

Vielleicht ist unsere Freiwilligenagentur pack ma’s ja auch dabei! Wir haben uns beworben und warten gerade auf eine hoffentlich positive Rückmeldung. Drückt uns die Daumen!